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Avatar 18.12.2009 Inhalt: Vor Jahren wurde Jake Sully schwer verwundet und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt. Als ihm für ein Projekt das Angebot unterbreitet wird, zum weit entfernten Pandora zu reisen, willigt er schnell ein, um seinem für ihn sinnlos gewordenen Leben zu entkommen. Denn dort erwarten ihn unvorstellbar schöne und farbenreiche Landschaften aus üppigen Regenwäldern mit fantastischen Pflanzen und Tieren – manche wunderschön, andere furchterregend. Doch Pandora ist nicht unbewohnt: Die Na’vis sind die Ureinwohner des Planeten und leben im Einklang mit der Natur, die sie umgibt. Pandora ist reich an dem für den Menschen sehr wertvollen Rohstoff Unobtainium. Da der Mensch in der Atmosphäre Pandoras nicht existieren kann, wurde ein wissenschaftliches Projekt initiiert, bei dem genetisch manipulierte Hybride aus menschlicher und Na’vi DNA erschaffen wurden: die so genannten Avatare. Ein Avatar wird von einem Menschen mental gesteuert, indem das menschliche Gehirn und die Gefühlsrezeptoren über eine spezielle Technologie mit dem Avatar-Körper verbunden sind. Leiterin des Projekts ist die Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver), die Jake zunächst skeptisch gegenüber tritt. Während Jakes Erkundigungen auf Pandora trifft er die junge und schöne Na’vi Frau Neytiri (Zoe Saldana), die ihn sofort fasziniert. Durch sie lernt er nach und nach das Leben und die Kultur der Na’vis kennen. Doch je mehr Zeit Jake mit den Na’vis verbringt, desto mehr gerät er in einen Konflikt, mit sich selbst und mit seiner Außenwelt. Er muss sich entscheiden, auf wessen Seite er steht – in einem Kampf, der über das Schicksal einer ganzen Welt entscheidet… Kritik: Auf AVATAR hat man lange gespannt gewartet. Der Visionär James Cameron versprach einen Film, der neue Maßstäbe setzen würde. Und eines gleich vorweg: Er hat nicht zuviel versprochen. Was der Film technisch aufbietet, ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht von dieser Welt. Denn mit Pandora, seinen Bewohnern, der Flora und Fauna erschafft AVATAR eine in sich stimmige, 100-prozentig überzeugende Welt, die gänzlich anders ist als alles, was man von der Heimat kennt. In jeder Sekunde ist man als Zuschauer gewillt, die Existenz dieser phantastischen Welt anzuerkennen. Die real gedrehten Szenen gehen dabei Hand in Hand mit der vom Computer erschaffenen Realität. Der Übergang ist fließend und nicht erkennbar. Die Na'vi sind exzellent umgesetzt, lassen selbst Gollum - die bisherige Speerspitze in Sachen CGI-Lebewesen - alt aussehen und sorgen so dafür, dass man als Zuschauer in fast drei Stunden kein einziges Mal daran zweifelt, wahrhaftige Lebewesen vor sich zu haben. Technisch ist der Film so superb, dass er den Zuschauer verdirbt. Denn nach dieser Perfektion muss sich ein jeder 3-D-Film und ein jeder SF-Film wahrhaftig warm anziehen. Dies ist der Maßstab, an dem alle künftigen Produktionen gemessen werden. Doch AVATAR ist nicht nur ein technologischer Triumph. Er ist ein phantastisch gut erzählter Film, der eine klassische Geschichte nimmt, sie aber so packend erzählt, dass man niemals aus dem Fluß kommt. Und mehr noch als das ist dies ein Film mit Botschaft - und zwar einer, die umso stärker wirkt, weil sie von einem Mann kommt, der die filmische Technologie extrem beeinflußt hat und sie massiv einsetzt. Denn James Cameron gibt uns das Gefühl, dass wir den Kontakt zu unserer eigenen Umwelt verloren haben. Wo auf der Erde nur noch wenige kleine Naturvölker in Einklang mit der sie umgebenden Umwelt stehen, sind wir alle urbanisiert, losgelöst von den einfachen Dingen und längst nicht mehr in der Lage, Mutter Natur empathisch wahrzunehmen. So zeigt Cameron eine idealisierte Welt und ein Volk, das man um seinen Draht zur Muttererde beneidet. Cameron nutzt hier natürlich alte Mythen, ersetzt Gaia durch Eywa und gibt gleichzeitig einen bitteren Kommentar auf den modernen Menschen ab, der im Streben nach Reichtum und Wohlstand längst vergessen hat, was im Leben wirklich zählt. Und der - wie es Jake Sully so treffend formuliert - die eigene Mutter längst vernichtet hat. Wie die Erde im 22. Jahrhundert aussieht, wissen wir nicht, aber Jake beschreibt sie als einen Ort, an dem es kein Grün mehr gibt. Sie ist ein urbanisierter, karger Erdball und ein krasser Kontrast zur Pracht Pandoras. Die Geschichte erinnert natürlich an die weißen Einwanderer und ihren Verdrängungskampf gegen die amerikanischen Ureinwohner. Wir alle wissen, wie dieser Kampf endete. Und so hat man beim Sehen von AVATAR das Gefühl, dies könnte sich hier wiederholen. Aber Cameron hält ein Happyend bereit, oder ist einfach klug genug, abzublenden, bevor das realer erscheinende Ende kommen muss. AVATAR ist grandioses Kino für den Kopf und für die Augen, ein Film zum Sehen und Staunen, ein Spektakel der großen Momente und der leisen Töne, kurz das Meisterwerk, das man aus der Hand eines James Cameron erwartet. Fazit Die triumphale Rückkehr des Visionärs James Cameron. Unbedingt im Kino ansehen! (Peter Osteried)
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