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Das Bildnis des Dorian Gray

Dorian Gray

London im 19. Jahrhundert. Als der unglaublich gut aussehende, aber naive Dorian Gray (Ben Barnes) in der britischen Hauptstadt ankommt, um das väterliche Erbe anzutreten, wird er unversehens in das turbulente gesellschaftliche Leben um Henry Wotton (Colin Firth) hineingezogen. Gemeinsam mit Wotton, einem Genießer und großem Hedonisten, gibt sich Dorian den Verführungen der Großstadt hin. Wotton macht Dorian mit dem Maler Basil Hallward (Ben Chaplin) bekannt und schnell sind die Männer sich einig, dass Hallward ein Portrait von Dorian anfertigen soll - um dessen vergängliche Schönheit und Ausstrahlung auf immer zu erhalten, und wenn es nur in Form eines Bildnisses ist. Angesichts des vollendeten Portraits entfährt Dorian Gray von Wotton provoziert ein kühner Wunsch. Wäre es nicht schön, wenn das Bild an seiner Stelle altern würde und er für immer in der Blüte seiner Jugend bliebe? Was würde er dafür geben - alles, auch seine Seele. Tags darauf ist die Bemerkung vergessen. Wotton und Gray zieht es ein ums andere Mal in das Nachtleben Londons. Die Ausschweifungen werden immer größer. Und plötzlich passiert, was Dorian nicht zu hoffen gewagt hatte: Während all seine Exzesse spurlos an ihm vorüber gehen, sind erste Veränderungen im Bildnis zu sehen. Dorian Gray verbirgt das Bild in der hintersten Ecke seines Dachspeichers, hütet sein Geheimnis und genießt sein Leben in vollen Zügen. Eines Tages aber bittet Basil ihn, ihm das Bild für eine Ausstellung zu zurückzugeben ...

8,00 / 10
Drehbuch

8,00 / 10
Darsteller

8,00 / 10
Technik

8,00 / 10
Inhaltswertung

8,00 / 10

Kommentar zum Inhalt

Oscar Wildes Geschichte DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY wurde bereits mehrmals verfilmt. Und auch wenn man meinen könnte, dass eine derart alte Geschichte für heutige Zuschauer keine Relevanz mehr besäße, so täuscht man sich, geht es doch um ein ewigliches Thema: dem Wunsch nach unvergänglicher Jugend und Schönheit. Garniert wird das Thema außerdem mit der Frage, wie ein Leben aussehen kann, dass ohne die Angst vor Konsequenzen geführt wird.

Der Film ist nicht nur die Geschichte des Dorian Gray, er ist auch die Geschichte des Harry Wotton, einem alten Zyniker, der maßgeblich die Schuld daran trägt, was aus Dorian wird. Er ist es, der einen jungen naiven Mann korrumpiert und animiert, für die Lust zu leben. Alles, was einem Mann Freude bereitet, macht ihn auch glücklich. Das ist das Credo des Harry Wotton. Und es ist ein Credo, das er gerne postuliert, aber danach zu leben ist Dorian Gray vorbehalten.

Die Geschichte ist ein phantastischer Stoff, aber es ist kein (echter) Horrorfilm. Zwar versucht man, dem Genre ein wenig zu schmeicheln, indem man Szenen mit dem sich veränderten Bild mit garstigen Geräuschen unterlegt, aber das ist Hokuspokus, den der Film wahrlich nicht gebraucht hätte.

Denn er lebt von etwas ganz anderem: Einem hervorragendem Ensemble und philosphischem Unterbau. Er beschäftigt sich mit der Frage, ob die Vergänglichkeit des Seins es nicht ist, was erst den Wert des Lebens ausmacht. Nichts währt ewig. Weder Schönheit, noch Jugend, noch Liebe. Und so sehr Dorian Gray für den Moment lebt und sich den Freuden des Daseins hingibt, so sehr wird er von selbigen gepeinigt, als er - längst Mitte 40 - immer noch wie ein junger Mann erscheint. Nur dass das Feuer der Leidenschaft in seinen Augen erloschen ist. Er ist müde geworden und verflucht, so weiterzumachen. Er wünscht einen Neubeginn, den es für ihn nicht geben kann.

Ben Barnes, der im zweiten CHRONIKEN VON NARNIA als Prinz Kaspian noch bemerkenswert farblos war, liefert hier eine nuancierte Darstellung ab. Aber noch besser ist Colin Firth als Verführer, der sich insgeheim daran weidet, was er aus Dorian Gray gemacht hat, nur um am Ende darüber zu verzweifeln.

Technisch hervorragend umgesetzt, ist DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY Gothik-Horror im psychologischem Korsett. Ein Film für Zuschauer, die auch gerne über die wichtigen Fragen des Lebens nachdenken.

Fazit

Sehenswerte Oscar-Wilde-Umsetzung mit phantastischen Darstellern.

(Peter Osteried)

Genre
Drama
Land
Großbritannien
Jahr
2009
Kinostart (D)
15.04.2010
Laufzeit
118 Minuten


FSK



Produktion / Verleih
Concorde Film (Verleih)


Trailer zum Film

Drehbuch


Kamera


Musik


Regie


Schauspieler
Mehr zur DVD

Fassung wählen:


Laufzeit: 108 Minuten

FSK:


Verkauf ab: 30.08.2010

Verleih ab: 19.08.2010 Bildformat: 1:1.85

Tonformat:

Deutsch
Dolby Digital 5.1

Deutsch
DTS 5.1

Englisch
Dolby Digital 5.1

Mehr zur DVD






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