Der Originaltitel HOT TUB TIME MACHINE macht dem interessierten Zuschauer eines klar, bevor er überhaupt auch nur einen Meter Film gesehen hat: Ernst nehmen sollte man den Film nicht. Die Ausgangslage der Geschichte ist abstrus ohne Ende. Eine Erklärung für das Zeitreisephänomen gibt es nicht. Selbst BILL & TED haben sich hier mehr Mühe gegeben. Aber das "Wie" und "Warum" ist eigentlich auch irrelevant. Der Film nutzt diese High-Concept-Idee, um die Bühne für eine nostalgische Reise in die Vergangenheit zu bereiten, in der MTV noch neu, Vokuhilas noch schick und Michael Jackson noch schwarz war.
Der Film bezieht seinen humoristischen Wert daraus, dass die 80er für die heutige Generation das sind, was die 70er Jahre noch vor wenigen Jahren waren: kultig. Mit verklärtem Blick denkt man an all die coolen Sachen zurück, die das Jahrzehnt mit sich gebracht hat, vergisst dabei aber auch das Negative. Ein guter Ausgangspunkt für einen gelungen Gag, in dem Lou von der freien Liebe schwärmt und Adam ihn an Aids erinnert.
Im Kern ist HOT TUB natürlich "nur" eine Komödie über Freunde, die sich entfremdet haben und durch ein gemeinsames Abenteuer wieder zueinander finden, aber dieses bekannte Story-Konstrukt profitiert ganz gewaltig durch den Zeitreiseaspekt. Während Chevy Chase in einer mageren Altersrolle verschwendet ist, hat Crispin Glover ein paar der lustigsten Szenen des Films abbekommen, denn Zeitreisender Lou wartet ständig darauf, dass dem Hotelbediensteten, dem in der Gegenwart ein Arm fehlt, selbiger im Jahr 1986 abgerissen wird. Aber wer in der Vergangenheit ist, der ändert Dinge - der Butterfly-Effect ist auch hier zu gange (übrigens ebenfalls Ausgangspunkt für ein paar Lacher) und am Ende ist nichts, wie es mal war.
Fazit
Albern, schräg, doof, herzig, skurril, retro, nostalgisch, komisch: all das beschreibt HOT TUB ziemlich gut. Keine große Filmkunst, aber ein herrlicher Spaß für jeden, der bei Humor nicht an hochgeistige Gags deckt.