Quentin Tarantino widmet sich mit "Django Unchained" dem einstigen Spaghetti-Western-Helden und verhilft ihm zu neuer Ehre. Dabei greift der Genrefilm geschickt das Thema der Sklaverei auf. Doch hier zeugen nicht die politischen Ansichten, sondern vielmehr die tiefsitzenden Narben auf Djangos Körper von der Brutalität der Peiniger und verleihen dem Film dadurch eine spürbare Tiefe und gleichzeitige Härte.
Christoph Waltz („Inglourious Basterds“), der zuletzt überwiegend durch düstere und unsympathische Rollen von seinem schauspielerischen Facettenreichtum überzeugte, schlägt sich diesmal auf die Seite der Guten. Als verschlagener Kopfgeldjäger Dr. King Schultz mit dem Herz am rechten Fleck befreit er nicht nur den Sklaven Django, sondern bemüht sich zudem auch noch um dessen gefangen gehaltene Frau.
Jamie Foxx gelingt es souverän und ruhig den einstigen Sklaven Django zu verkörpern, der sich im Laufe der Handlung zu einem freien Mann wandelt und dadurch für bewegende Momente sorgen kann. Auch Leonardo DiCaprio kann mit einer eher seltener zu Tage geförderten, perfiden, widerlichen Darstellung überzeugen, wenn er den eiskalten Sklavenhändler des Films mimt.
Tarantinos stilisierte Gewalt nimmt auch in dem Western einen hohen Stellenwert ein. Das szenische Handwerk des Regisseurs ist deutlich zu vernehmen. Die bizarren Perspektiven, die ferne Aufnahmen und Nahaufnahmen vereinen, zeugen deutlich von Tarantinos Handschrift und dürften alleine aufgrund dieser Optik Fans und Filmfreunde begeistern, aber auch das Drehbuch mit teils absurden Dialogen ist wieder einmal typisch Tarantino. Für beides gab es jede Menge Nominierungen und Preise.
Zudem sorgt die stilsicher ausgewählte Musik, die wie immer bei Tarantino aus allen möglichen Genres stammt, für eine gute Untermalung der Handlung in nahezu jeder Spielminute. So kann auch die Akustik die Spannung weiter ankurbeln.
Fazit
Eine eigentlich simple Rachegeschichte, die jedoch durch ihre dramaturgische Art und die grandiosen Darsteller zu fesseln weiß. Bildgewaltiges Unterhaltungskino à la Tarantino!